Kampf dem Krampf beim Münster Marathon

Ich hatte es ja schon über Twitter und Facebook kurz gemeldet: Das war nicht mein Marathon.

Soweit hatten die Rahmenbedingungen ja gepasst. Anreise mit den Arbeitskollegen hat super funktioniert, das Hotel war klasse, Abholung der Startunterlagen keine Probleme, es war etwas sehr warm an diesem Samstag. Abends ging es dann in eine bekannte Münsteraner Pizzaria – natürlich zum Nudelessen. Auch dort war es extrem Warm, aber den Durst habe ich mit dem einen oder anderen Weizen gelöscht – natürlich Alkoholfrei. Um 6 Uhr ging mein Wecker, um 6.30 Uhr gab es Frühstück. Wie eigentlich immer gab es Müsli mit Milch und Kaffee. Nach und nach trudelten die Kollegen/innen ein und so gegen 8.15 Uhr machten wir uns zu Fuß auf Richtung Start. Leider war der Weg dann doch ein wenig länger und die Temperaturen waren jetzt schon bei geschätzten 18-19 Grad und es war für meinen Geschmack sehr schwül. Zum Warmlaufen musste nun der Weg zur Kleiderabgabe herhalten, aber das war auch völlig in Ordnung. Allen dann noch kurz viel Glück gewünscht und ab in die Startaufstellung in der Nähe der 3 Stunden Zielläufer. Schon kam auch schon die Zeitangabe: noch 3 Minuten bis zum Start.

Und dann ging es los. So richtig Zeit zum Nervös werden hatte ich ja nicht gehabt 😉 Die ersten Kilometer wollte ich dann verhalten angehen, erst mal sehen, wie sich der Körper anfühlt, bei dieser schwülen „Suppe“. 4:21 der erste Kilometer, es fühlte sich alles sehr gut an, die Stimmung war prächtig, die Luftballons in Sichtweite. Ich bin einfach nach Gefühl gelaufen, hatte nicht den Eindruck, erheblich schneller geworden zu sein, versuchte einfach nur, den Abstand zu den Zugläufern nicht größer werden zu lassen. Die Stimmung an der Strecke in der City war schon super, das machte richtig Laune dort durch die Straßen zu laufen. Zwar musste man sehr konzentriert über das Kopfsteinpflaster laufen, aber zu diesem Zeitpunkt war das kein Problem. Bei km 10 ein Blick auf die Uhr: 42:39, perfekt, das läuft super rund. Aber der erste Dämpfer kam dann bei km 16, ich spürte mit einem Mal leichte Schmerzen in der Magengegend. Ich drosselte ein wenig das Tempo, es war immer noch für diese frühe Uhrzeit viel zu schwül und ich hatte einen unendlichen Durst. Draußen auf dem platten Land war der Zuschauerzuspruch natürlich sehr gering bis gar nicht vorhanden, die Schmerzen wollten leider überhaupt nicht aufhören. Dann war aber auch schon die Halbmarathonmarke erreicht, 1:31:00! Aber von nun an wurde dieser Lauf zum Kampf. Die Schmerzen entwickelten sich zu richtig fiesen Magenkrämpfen, die ein normales Laufen nicht mehr zuließen. Immer häufiger musste ich gehen, die Zuschauer haben einen zwar immer wieder angefeuert, aber es wurde nicht besser. Ich war aber nicht der einzige, der zu diesem Zeitpunkt mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Immer wieder mussten Läufer eine Gehpause einlegen. Bei Kilometer 30 hat mich dann mein Chef an der Strecke noch mal angefeuert und ich spiele hier schon mit dem Gedanken, bei der nächsten Wechselzone (km 32) aus zusteigen und mit dem Bus zum Ziel zu fahren. Aber zum Glück habe ich das dann doch wieder über den Haufen geworfen, wobei mir teilweise richtig schlecht geworden ist. Soviel wie bei diesem Marathon habe ich noch nie getrunken, habe aber auch jetzt keine Experimente gemacht, also immer Wasser getrunken und viel Wasser über den Kopf geschüttet. Irgendwie habe ich mich immer wieder motivieren können bzw. lassen, weiter zu laufen und dann die wirklich gigantische Stimmung beim Zieleinlauf auf dem Prinzipalmarkt miterleben zu dürfen. Also das ist wirklich eine tolle Stimmung dort, zwar nicht mehr ganz einfach, da man hier auch wieder über Kopfsteinpflaster laufen muss, aber schon sehr geil. Kann mann vergleichen mit Berlin, Hamburg und auch Köln.

Ach ja, meine Zeit: Die Ziellinie habe ich bei 3:22:03 überquert. Wenn ich so bedenke, wie schlecht es mir ging und wie oft ich gehen musste, gar nicht so schlecht. Bei den Deutschen Meisterschaften der Volks- und Raiffeisenbanken belege ich damit den 9. Rang, mit einer normalen Zeit wäre ich unter die ersten drei gelaufen. Jeder Marathon ist anders, und mal läuft es halt und mal läuft es nicht so gut.

Insgesamt war es aber ein sehr schönes Wochenende, die Kollegen/innen konnte mit ihren Staffeln einmal Platz 33 und Platz 175 von 344 Mixed-Staffeln belegen. Alle sind super durch gekommen, bis auf den Laufmeister.

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Laufmeister – immer schön laufen lassen

15 Kommentare

  1. Gratulation zum Lauf, ich möchte auch mal 3:22 schaffen.

    Du weisst das Du die 2:XX drauf hast nur muss es halt passen. Münster war wohl für alle Beteiligten nicht einfach, also kannst Du sehr zufrieden sein.

    In Köln gibt es so gut wie kein Kopfstinpflaster und eine sehr lockere erste Hälfte, das könnte was werden.

    Viel Spaß in Bedburg

  2. Das Leiden eines Marathonläufers hat dich bei diesem Lauf leider auch voll getroffen. Aber trotzdem eine noch gute Zeit die ,wenn mal wirklich alles passt, garantiert um 23minuten gedrückt wird! 🙂

  3. Du bist einmal mehr ein wahrer Laufmeister! Einfach unfassbar, was für eine Leistung Du selbst mit Magenkrämpfen und Zwangs-Gehpausen vollbringst!! Ich ziehe mal wieder meinen Hut – und gratuliere zu dieser Leistung!

  4. Hallo Kay !
    Erst mal gratuliere ich Dir zu Deinem tollen Lauf, auch wenn Du es bestimmt anders wolltest.
    Aber unter diesen Bedingungen, Wetter und Magenkrämpfe, und dann noch so eine tolle Zeit…
    Glaube, wenn alles paßt, dann knackst Du dieses Jahr die 3.
    Und jetzt schön regenieren.
    Liebe Grüße Viola

  5. Hi Kay,
    erst mal Glückwunsch zum Finish. Da ich es nachvollziehen kann mit Magenproblemen einen Marathon zu laufen weiß ich was das heißt. Und da es bestimmt auch nicht dein letzter war, solltest Du ihm nicht lange nachtrauern!

    1. Danke Gerd, es war schon sehr heftig. Seit Samstag trauere ich ihm nicht mehr nach. (Siehe Bericht Citylauf) Der nächste kommt bestimmt und das wird dann in Frankfurt sein!

      LG Kay

  6. Hallo Kay,

    tja – „Rennpferde“ sind halt anfälliger als Ackergäule! 😉

    Glückwunsch trotzdem zum Finish und zu dieser Zeit! Sich 30km zu quälen und dann noch mit 3:22h das Ding zu reißen – RESPEKT! Du bist und bleibst unser LAUFMEISTER!

    Bis in 2 Wochen!

    Grüße aus Köln!
    Mario

    1. Hi Mario, Danke.

      Hochgezüchtete Laufboliden!!!

      Nein, quatsch. Im nachhinein bin ich fast sogar ein wenig Stolz, das ich das so durchgezogen habe.

      Wir sehen uns in Köln.

      Gruß Kay

  7. Ach Kay, die sub 3 ist Deine große Nummer! Die wirst Du irgendwann haben, das hann ich im Urin ;-), aber es muß ja auch ein bißchen Plackerei und Nichtfunktionieren davor sein, damir es Dir auch richtig was wert ist. Ich mein das ernst! Diesen Lauf hier hast Du tapfer durchgezogen und Du darfst zurecht stolz auf Dich sein! Nochmal Glückwunsch!

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