Chiropraktik und Wettkampf – schon ein Experiment

Seit über einem Jahr habe ich häufiger Schmerzen im unteren Rückenbereich. Es fühlt sich an, als würde da irgendetwas klemmen. Dies liegt sicherlich auch daran, dass ich neben der vielen Lauferei früher kein Stabilisierungstraining für den Rücken gemacht habe. Dies rächt sich natürlich und war dann letztes Jahr im Sommerurlaub sogar so weit, dass ich weder sitzen noch liegen konnte, ohne dass ich starke Schmerzen hatte.

Ein befreundetet Arzt, der Facharzt für Orthopädie und Amerikanische Chiropraktik ist, hat mich dann mal davon überzeugt, ich sollte doch mal bei ihm zur Chiropraktik kommen. Bei der ersten Sitzung hat er mir dann erklärt, was die Amerikanische Chiropraktik ist, was sie leistet und welche Vorteile es gibt. Danach hat er sich meine Wirbelsäule einmal angeschaut (liegend) und gesehen, dass ich völlig „schief“ bin. Durch meine Schutzhaltung wegen der Schmerzen hatte ich eine schiefe Körperhaltung angenommen. Dies hat logischerweise Auswirkungen auf den gesamten Bewegungsapparat.

  • Wenn die Wirbel von ihrer ursprünglichen Position abweichen, wird das Nervensystem irritiert. Das beeinträchtigt die Koordination und Kontrolle der Organfunktionen. Durch diese Irritation – also durch die Fehlstellung der Wirbel – entsteht der so genannte Subluxation Komplex.
    Subluxation – also Wirbelfehlstellung – und damit verbundene Beschwerden entstehen durch Umwelteinflüsse, Bewegungsmangel, Stress, Fehlhaltung, natürlichem Verschleiß oder einer Kombination von Faktoren.

Er hat dann einige, nicht alle Wirbelfehlstellungen wieder korrigiert, das hat teilweise ganz schön geknackt, aber nicht einmal weh getan. Alle Fehlstellungen wollte er noch nicht direkt wieder herstellen, da sich mein Körper und Bewegungsapparat erst einmal wieder an die neue Haltung gewöhnen muss. Ich merkte schon nach der ersten Behandlung, die selbst nicht mehr als 10 Minuten dauert, wenn überhaupt, dass ich viel aufrechter war. Dies habe ich besonders daran gemerkt, dass ich jetzt bei uns im Wohnzimmer nicht mehr unter der Hängelampe her gehen konnte. Schon sehr erstaunlich. Beim Laufen habe ich auch Veränderungen gemerkt, ich bin wesentlich gerader gelaufen, hatte aber auch an verschiedenen Stellen Muskelkater, die durch die neue Belastung nun wieder in Beanspruch wurden.

Dies haben wir dann so alle 2 Monate wiederholt bzw. fortgeführt, so dass er die ganzen Wirbelfehlstellungen wieder korrigiert hat. Meine Rückenschmerzen wurden auch wesentlich besser, auch sicherlich durch nun endlich auch von mir durchgeführten Stabiübungen. Zwar ganz weg waren sie nicht, aber erheblich besser. Dann aber Anfang diesen Jahres kam dann ein kleiner Bruch in die Behandlungsintervalle, was auch sicherlich durch meine starke berufliche, als auch trainingstechnische Beanspruchung zu stande kam. Daher schlichen sich bei mir wieder Fehlstellungen ein, da ich auch die Stabiübungen etwas schleifen lies. Die Rückenschmerzen wurden wieder stärker, bis dann mein Sohn, der ebenfalls etwas Probleme mit dem Nachken nach einem Sturz von einem Stuhl hatte, unbedingt nochmal zu Chiropraktiker wollte. Also einen Termin gemacht und dann am Freitag vor dem 30 km Wettkampf hin.

Nachdem mein Sohn wieder „gerichtet“ war, ging es mir quasi an den Kragen Ich sagte ihm, dass ich wieder Schmerzen im Rücken habe und ich morgen einen Wettkampf über 30 km bestreiten will. Darauf hin sagte er mir, wenn wir fertig sind, werde ich morgen zu neuen Bestzeiten laufen! Es hat ziemlich übel und laut mehrmal in der Wirbelsäule geknackt, wieder ohne irgend welcher Schmerzen. Aber schon nach dem Aufstehen vom Behandlungsstuhl spürte ich, dass ich wieder viel aufrechter da stand. Ich war gespannt.

Das Rennen verlief ja nun wirklich super, aber ich spürte nach dem Rennen ein starkes Ziehen im linken äußeren Knie. Anfangs hatte ich das auf das schnelle Renntempo zurück geführt, aber auch am nächsten Morgen waren die Schmerzen nach dem Aufstehen erheblich. Nachdem ich mich ein wenig bewegt hatte, gingen die Schmerzen auch weg. Aber bei meinem Lauf zum Auslaufen, ging nach 2,5 km erst einmal gar nichts mehr. Schmerzen im Knie zwangen mich, mehrere Meter zu gehen. Die Muskeln waren dank der Kompressionskleidung ja völlig in Ordnung. Aber die Außensehne am Knie schmerzte ohne Ende. Durch ganz langsames Laufen und vorsichtigem, kontrolliertem aufsetzen des linken Fußes, habe ich den Lauf dann zwar noch mit Schmerzen zu Ende gebracht, aber ein Spaß war das auf keinen Fall.

Und was lernen wir daraus: Lasse Dich nicht von einem Chiropraktiker einen Tag vor einem Wettkampf gerade richten! Der Bewegungsapparat hatte sich darauf noch nicht eingestellt und musste sich daran erst noch gewöhnen. Mittlerweile ist das auch wieder vorbei und ich konnte auch schon wieder einige schnellere Einheiten hinlegen. Die Rückenschmerzen sind ebenfalls verschwunden und den nächsten Termin zur Chiropraktik werde ich sicherlich geschickter legen

Laufmeister – immer schön laufen lassen

Chiropraktik

5 Kommentare

  1. Huch! Das „Dies habe ich besonders daran gemerkt, dass ich jetzt bei uns im Wohnzimmer nicht mehr unter der Hängelampe her gehen konnte“ liest sich ja fast, als wärst Du bisher wie der Glöckner von Notre Dame durch die Gegend gehinkt. Du sahst gar nicht so scheif aus. 😉
    Jaja, selbst die erfahrenen Laufhasen schludern mal, erhalten die Quittung und besinnen sich rück(en).

    1. Wahrscheinlich hatte ich damals ein Stützkorsett an 😉 Vielleicht ducke ich mich im Unterbewusstsein und jetzt reicht dieses ducken nicht mehr aus.

      Ja der liebe Rücken, wenn man so den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt …..

    1. Unter diesen Gesichtspunkt habe ich das noch garnicht betrachtet. Steht das auf der Dopingliste und ist das nachweisbar? Werde ich jetzt von den Dopingkontrolleuren Nachts geweckt und vermessen? Fragen ueber Fragen

      Danke Frank, jetzt kann ich Nachts nicht mehr schlafen :-)))

      Mache aber gleich den naechsten Termin 😉

      LG an den Sieger

      Kay

  2. Wenn wir es nicht an die große Glocke hängen bleibt das unter uns ok!? 🙂 Müssen ja nicht gleich alle viel schneller werden…….. da hätten wir nichts davon
    Grüße an den AK Sieger!
    Frank

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