Generalprobe – HM Rund um den Otto Maigler See

Noch drei Wochen bis zum Duisburg Marathon. Die letzten beiden Wochen stand allerdings leider nicht das Training im Vordergrund. Auch an einem Haus muss schon mal was erneuert werden. Daher war ich gespannt, wie denn dieser HM verlaufen wird. Die Vorzeichen standen an diesem Wochenende leider nicht so gut wie beim letzten Halbmarathon in Bonn. Wir freuen uns zwar immer, wenn das Wetter so schön ist wie zur Zeit, aber für einen Wettkampf sind die Temperaturen nicht gerade förderlich. Mit Temperaturen um die 24° sollte das heute eine wahre Hitzeschlacht werden. Die gleichen Erfahrungen musste heute auch Jan Fitschen in Düsseldorf machen, hier sein Bericht dazu.

Aber nun zu meinem Lauf. Nach der laufenden Renovierung, war ich irgendwie froh darüber, endlich mal raus zu kommen. Ich freute mich zwar auf diesen Lauf, aber wie bereits erwähnt, die Rahmenbedingungen sollten dies zu einer harten Angelegenheit machen. Der Wettkampfort liegt nur knapp 20 Minuten von uns entfernt, so war die Anreise relativ unkompliziert. Schnell hatte ich meine Startnummer abgeholt und auch schon die ersten Bekannten und Laufmonster getroffen. Nachdem ich mich dann soweit fertig gemacht hatten, ging es kurz zum Warmlaufen. Zur Taktik wollte ich die Meute einfach mal ziehen lassen. Bei diesen Temperaturen und vor allem dem ziemlich starken Wind, wollte ich am Anfang ein wenig verhaltener beginnen, auf jeden Fall über 4:00 Minuten und mir dann eine Gruppe suchen, mit der ich mitlaufen konnte. Es kam tatsächlich wie es kommen musste, die Masse rannte los, als wäre es nur ein 5 km Rennen. Ich hielt mich doch tatsächlich mal an meine Vorgaben, ließ mich nicht mitreißen, ich war richtig stolz auf mich. Der Vorteil ist natürlich, ich kenne die Strecke, es geht ziemlich auf und ab. Die ersten beiden km in 4:07 bzw. 4:11 und habe mich dann an die Gruppe um die führende Frau dran gehangen, die mit einem sehr schönen Tempo um die 4:00 Minuten unterwegs waren. Genau das war mein Ziel, diese Generalprobe möglichst in einem schnelleren Tempo als mein angestrebtes Marathonrenntempo von 4:15 zu bestreiten.

Nach und nach haben wir dann die beim Start verdammt schnell startenden wieder eingesammelt und es lief wirklich super. Es machte richtig Spaß, trotz der Temperaturen, die Gruppe harmonierte, blieb zusammen. Bei der zweiten Verpflegungsstelle hatte ich allerdings etwas Pech, da hatte der Helfer leider keinen Becher mehr, so musste ich kurz stehen beleiben, trinken und dann versuchen, mich wieder an die Gruppe ran zu laufen. Das war sehr anstrengend und hat auch eine Menge Kraft gekostet. Dies ist mir letztes Jahr auch beim Düsseldorf Marathon bei km 30 passiert, aber dort konnte ich mich nicht mehr an die Gruppe ranlaufen und hat mich, denke ich mal, den Sprung unter die 3 Stunden gekostet. Ab km 16 wurde es dann aber auch jetzt hart. Ein Mitläufer musste abreißen lassen, ein anderer hat die Flucht nach vorne angetreten, und so waren wir nur noch zu viert. Allerdings haben wir auch jetzt noch den einen und anderen eingefangen und überholt. Nun ging es raus auf die Felder, wo der Wind uns ins Gesicht bließ. Jetzt bloß nicht abreißen lassen, sondern irgendwie dran bleiben, den Windschatten nutzen, noch einmal Wasser über den Kopf schütten, Zähne zusammen beißen und diese verfluchte Fußgängerbrücke hoch. Ich hatte den Eindruck, ich stehe. Man hätte mir locker die Schnürsenkel zubinden können. Zum Glück geht es danach aber ein ziemlich langes Stück bergab, wo man die Beine einfach laufen lassen kann, sich irgendwie erholen sollte, bevor es noch einmal einen sehr steilen Anstieg Richtung Stadion/Ziel geht. Auch hier habe ich wieder das Gefühl, ich stehe. Nun bricht die Gruppe völlig auseinander. Ich kann nicht mehr folgen, bin völlig fertig, versuche nur noch, irgendwie ins Ziel zu kommen. Den Sprecher kann ich schon hören, als ich in das Stadion einbiege, werde ich noch angefeuert, versuche noch, den Arm zu heben. Nun laufe ich nur noch in Trance, bin an der Grenze, noch diese eine Runde im Stadion, die Sonne brennt mir auf das Hirn, die letzte Kurve und dann geschafft! Die Uhr bleibt bei 1:26:28 stehen, muss mich aber erst einmal darauf konzentrieren, auf den Beinen zu bleiben. Das war hart. Ich schütte möglichst viel Flüssigkeit in mich hinein, jetzt bloß nicht hinsetzen, mein Kreislauf ist ziemlich im Keller. Ich halte mich immer in Bewegung, immer in der Nähe der Ersthelfer, falls ich umkippen sollte. Nach gut 10 Minuten hat sich aber alles wieder normalisiert und nun kann ich mich auch über diese gelungene Generalprobe so richtig freuen. Ich habe ich alles richtig gemacht, zumindest aus meiner Sicht. Der Marathon kann kommen, ich bin bereit dafür. Wenn es natürlich dann auch solche Temperaturen geben wird, dann werde ich sicherlich nicht meine Gesundheit aufs Spiel setzen, nur um einen möglichst schnellen Marathon zu laufen.

Eine Bestzeit wie in Bonn war heute aus den gegebenen Umständen nicht machbar und auch definitiv nicht eingeplant. Insgesamt habe ich bei diesem Lauf den 17. Platz belegt, in der Altersklasse konnte ich sogar den 3. Platz erreichen. Was will man mehr. Dies sind für den Rhein-Erft-Akademie-Cup wichtige Punkte. In der Altersklasse müsste ich da jetzt den ersten Platz belegen, leider gibt es noch keine Auswertung dazu. Jetzt heißt es, nicht mehr zuviel zu machen, die nächsten 3 Wochen ordentlich, aber nicht mehr zuviel, vor allem nicht mehr zu schnell, trainieren, und dann denke ich, kann der Duisburg Marathon kommen, ich bin bereit.

Urkunde Otto Maigler See 2011

Laufmeister – immer schön laufen lassen

http://connect.garmin.com:80/activity/embed/84537509

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4 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch, Kay! Klasse!

    Hatte mir schon gestern die Ergebnisse im Internet angesehen. Waren ja auch wieder einige Laufmonster unterwegs.

    Grüße aus Köln!
    Mario

    1. Danke Dir Mario. Die Laufmonster wollen dieses Jahr mal nicht Dritte in der Mannschaftswertung werden, sondern mindestens Zweite 😉

      Grüße aus Erftstadt

      Kay

  2. Meine Güte, grandiose Zeit, die du da hingelegt hast. Und das bei den Temperaturen. Meinst du, 3h sind in Duisburg bei moderatem Wetter drin? Ich traue es dir zu! Rennsau!

    Gruß Marek

    1. Hallo Marek,

      wenn das Wetter mitspielt, sollte das drin sein. Aber das habe ich ja schon ein paar mal gedacht und es kam doch anders. Ich glaube, wenn man gerade an solch einer Schwelle steht, ist es ein unheimliche Kopfsache. Man muss irgendwie das Hirn ausgeschaltet bekommen 😉

      Danke Dir. Gruß Kay

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