Frankfurt-Marathon mit neuer Bestzeit!

Die Oberschenkel schmerzen zwar, aber wie stand es gestern an der Strecke häufig: Der Schmerz geht, aber der Stolz bleibt! Richtig.

Frankfurt Marathon km 11

Danke an dieser Stelle auch noch mal an Thorsten Fink (Laufmonster) der Fotos vom Lauf gemacht hat.

Aber mal ganz von vorne. Ich bin bereits am Samstag nach Frankfurt angereist, da ich keine Lust auf Streß hatte, wegen Anreise, Parkplatz suchen usw. Daher hatte ich mir ein Hotel gesucht, dass nicht allzu weit von der Messe entfernt war und auch gerade für Teilnehmer des Marathon eine späte Abreise ermöglichte. Leider hatte man meinen Hinweis auf ein Nichtraucherzimmer übersehen und so musste man mich dann umquartieren, was aber kein Problem war. Dann machte ich mich auf den Weg zur Startnummernausgabe und zur Marathon Messe. Meiner Frau musste ich versprechen, dass ich mir nichts kaufen werde, keine Schuhe, keine Shirts oder sonstigen Läuferkram, den ich eigentlich schon genug habe :no: Sie hat ja Recht, wobei das mit den Schuhen ja so eine Sache ist. Auch hat sie mir angedroht, wenn ich den Lauf nicht beende, müsste ich für den Rest meines Lebens alleine den Boden zu Hause schrubben. Das ist für mich wirklich eine Drohung, Staubsaugen, Fensterputzen oder Bügeln, kein Problem, aber Böden wischen XX(

Die Messe hatte ich recht schnell gefunden, die Beschilderung zur Startnummernausgabe war auch sehr gut und schon nach kurzer Zeit hatte ich meine Startunterlagen. Danach bin ich noch ein wenig über die Messe geschlendert und habe mich dann mit Laufmonster Harald zum Nudelessen in der Festhalle verabredet. Also von der Organisation, den Portionen und den Gutscheinen, da können sich einige was von abschauen. Nachdem wir uns dann draußen mal den Startbereich angeschaut hatten, bin ich dann wieder ins Hotel zurück und habe mich den Abend über sehr entspannt und auch super geschlafen! Nach einem sehr ausgiebigen Frühstück, welches auch im Hotelpreis enthalten war, habe ich mich langsam fertig gemacht und bin dann voller freudiger Erwartungen Richtung Start gegangen. Von Nervosität war jetzt nichts mehr zu spüren. Wir Laufmonster haben uns dann auch relativ schnell am vereinbarten Treffpunkt eingefunden und somit stand einem erfolgreichen Lauf nichts mehr im Wege. Nachdem wir uns umgezogen hatten, kurz warm gelaufen und dann in den ersten Startblock geklettert waren, hat uns Thorsten nochmals abgelichtet.

Start FFM

Und dann ging es endlich los. Harald und Kai starteten mit einer Zielzeit unter 3 Stunden, was für mich zu schnell war und daher bin ich wie geplant erst einmal auf eine Zielzeit von 3:05 gestartet. Das Feld hat sich relativ schnell aufgrund der breiten Straßen schön verteilt, so daß man keine Probleme hatte, sein eigenes Tempo zu finden. Die Stimmung an der Strecke war sehr gut, das Wetter entsprechend, die Sonne kam raus und ich fühlte mich super. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass meine Garmin mit den Hochhäusern so seine Probleme hatte. Die km-Zeiten schwankten deutlich, aber nach 10 km hatte ich lediglich 16 Sekunden verloren. Es hat richtig Spaß gemacht. Ich habe mir während des Laufes die Strecke angeschaut, die Leute um mich herum und meine Beine fühlten sich richtig gut an. Sollte es heute endlich mal wirklich klappen, einen „schönen Lauf“ hin zu bekommen? Bei km 15 hatte ich gerade mal 1 Sekunde mehr als nach meiner Durchgangstabelle für die Zielzeit 3:05 und ich hatte sogar soviel Spaß, dass ich das Tempo teilweise auf 4:15 anzog, ob sich das noch rächen sollte? Bei der Halbmarathonmarkierung hatte ich dann sogar einen Vorsprung von 16 Sekunden und es lief perfekt! Km 25 immer noch 11 Sekunden schneller, km 30 immerhin noch 4 Sekunden, aber dann wurde es doch immer wärmer, zumindest hatte ich den Eindruck, immer mehr Läufer gingen oder hatten bereits aufgegeben, aber ich wollte nicht den Rest meines Lebens Böden schrubben 8| und obwohl mir ab km 34 die Oberschenkel brannten, ich bin weitergelaufen. An den Verpflegungsstationen habe ich die Getränke zwar im Gehen eingenomme, aber ich hatte ja auf meine eigentliche Zielzeit gut 5 Minuten Vorsprung. Aber ich muss schon sagen, die letzten 8 km waren hart, sehr hart. Ich habe zwar weiterhin immer noch Läufer überholt, aber so wirklich flüssig lief es bei mir nicht mehr. Auf die Uhr habe ich gar nicht mehr geschaut, ich wollte mich nicht noch mehr unter Druck setzen. Einfach laufen und kämpfen. Und plötzlich sehe ich bei km 40 ein Laufmonstershirt vor mir, es war Harald, der schwer zu kämpfen hatte. Wie ich im Ziel erfahren habe, ist er unterwegs von einer Wespe gestochen worden, als er eine Cola trinken wollte! Ich habe zwar versucht ihn einzuholen, aber meine Beine konnten nicht mehr schneller. Endlich ging es auf die Zielgerade, jetzt nur noch einen km, dann hinter dem Messeturm links und rein in die Halle. Von der Stimmung habe ich nicht mehr wirklich viel mitbekommen, ich war fertig! Aber auf die Uhr konnte ich noch schauen: 3:10:15 😀 ich hatte es geschafft! Direkt hinter dem Ziel traf ich dann auch schon Harald, der 15 Sekunden vor mir im Ziel war. Leider mussten wir dann auch schon direkt die Halle verlassen und ins Verpflegungsdorf gehen, die Medaille in Empfang nehmen und dann habe ich es realisiert: BESTZEIT wir geplant um 13 Minuten! Geil! Mit einem Mal ist es mir bewußt, aber mein Kreislauf macht nicht mehr den stabilsten Eindruck, ich muss mich bewegen, darf nicht stehen bleiben. Dann treffe ich Laufmonster Kai, der mit 3:08 ins Ziel gekommen ist, starke Leistung, zumal er vor drei Wochen erst in Köln den Marathon in 3:03:57 finishte. Aber nach einer kurzen Erholung, einer warmen Nudelsuppe und Getränken, war der Kreislauf wieder in Ordnung.

Ich muss sagen, es war wirklich ein super Marathon, auch wenn es nach hinten heraus hart war, die Reise in die Mainmetropole hat sich gelohnt. Wer weiß, vielleicht bin ich ja nächstes Jahr wieder dabei.

Laufmeister – immer schön laufen lassen

16 Kommentare

  1. Ich habe sehr viele Kollegen der Blogger-Familie in ihrer Vorbereitung, wie auch im bzw. nach dem Frankfurt-Marathon verfolgt. So auch dich! Es gab naturgemäß unterschiedliche Erwartungshaltungen. In Summe aber muß man als Außenstehender sagen, dass durchwegs alle mit ihren Leistungen sehr zufrieden bis stolz gewesen sind.
    Aus der Ferne herzliche Gratulation zum Rekord!
    Weiterhin alles Gute – Reinhard

  2. Ich habe ja vorgestern bereits gratuliert, tue dies an dieser Stelle ob der Fabelzeit sehr gerne noch einmal, HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!

    Schade nur das wir uns nicht gesehen haben, vielleicht das nächste mal!

    LG
    Steffen

    P.S.: Ich wünsche DIr eine gute Regeneration

  3. Den Boden schrubben? Wenn das keine Motivation ist!

    Aber mal im Ernst: Du hast Dich gut vorbereitet, die Läufe davor waren alle „im Plan“, es freut mich, dass Du eine neue PB gemacht hast. Nur das zählt.

    Du bist stolz auf Dich und das darfst Du auch sein. Wir hier in der Blogger-Gemeinde sind es auch. Auf Dich.

    Ein Glas Prosecco auf Dich!

    TOM

  4. Nochmals Herzlichen Gückwunsch zu deiner Bestzeit und einem schönen Lauf! Alles richtig gemacht.
    Natürlich auch den anderen Laufmonstern.
    Erhol Dich gut denn der Schmerz geht aber der Stolz bleibt. 😉

  5. Herzlichen Glückwunsch.

    Ich habe ein paar Ausschnitte im Fernsehen mir reingezogen und in einem Pacemaker überraschend einen alten Bekannten entdeckt, den ich aus den Augen verloren hatte.

    Toller Bericht, noch tollere Zeit.

    Danke und Hut ab.

    Liebe Grüße

  6. Hallo Kay !

    Auch auf diesem Wege noch mal: Super-geil ! Herzlichen Glückwunsch ! Freut mich ganz besonders für Dich, dass Du endlich mal über die Langdistanz einen rausgehauen hast 🙂 Genieße den Moment…

    LG Manuel

  7. Hallo Kay,

    auch von mir an dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch. Super Leistung und sehr schöner Bericht. Wusste nicht, dass Du schon bei km 40 nahe hinter mir warst. Der Wespenstich hat bei mir nichts bewegt. Es fehlte einfach an Energie am Sonntag. Bin wohl besser für`s Rheinland geschaffen.
    Bis Freitag?
    Harald

  8. Bei der Zeit – Hut ab und Glückwunsch zur tollen Bestzeit! Nur warum du mit ’ner 3:05er-Marschtabelle startest, wenn du 3:10 laufen willst, erschließt sich mir nicht ganz 😉

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