Wettkampf – HM Kölner Generalprobe – Suboptimal

Meine Vorbereitungen in den letzten Wochen laufen ja eigentlich sehr gut. Kann das vorgegebenen Tempo sehr gut einhalten, fühle mich überhaupt nicht überfordert, die Leistungsdiagnostik war ja auch nur positiv, was sollte also schief gehen? Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

In den letzten Wochen schlafe ich Nachts nicht mehr so richtig gut. Werde ständig wach, bin dadurch manchmal tagsüber recht müde, kann dann aber direkt nach dem Training nicht ins Bett gehen. Und die letzte Nacht vor dem HM habe ich nur ca. 4 Stunden geschlafen. Jetzt könnte man natürlich sagen, ich war total aufgeregt, aber ich habe schon so viele Wettkämpfe mitgemacht, da bin ich mir ziemlich sicher, dass dies nicht der Fall ist. Aber woher das zur Zeit kommt, ich habe keine Ahnung.

Aber nun zum Wettkampf: Ich hatte mich mit Lauffreund und Laufmonster Harald verabredet, da wir durch diverse gute Platzierungen und Schenkungen eine Anhäufung von Kölsch 5-Liter Fässern haben und ich mit dem Auto nach Köln musste. Daher das Kölsch und einige Gläser eingepackt und dann zur Sporthochschule. Dort trafen wir dann auch schon Manuel, der schon überlegt hatte, nicht zu starten, da er über Halsschmerzen klagte. Er ist aber trotzdem gestartet und wurde über den HM Dritter. Herzlichen Glückwunsch nochmals zu diesem Ergebnis. Nach dem Einlaufen fühlte ich mich auch weiterhin noch sehr gut und wollte den HM in einer Zeit zwischen 4:00 und 4:10 laufen, so wie es eigentlich auch vom Training her passen sollte. Wir hatten uns relativ weit vorne an der Startlinie eingereiht und pünktlich ging es dann an den Start. Den Ersten km lief ich in 4:12, den Zweiten dann in 3:57 und nach dem Dritten (4:05) merkte ich, mein Puls war schon wieder über 182! Nun hatte ich zwei Möglichkeiten, Tempo raus und damit den Puls runter bekommen, oder das Tempo beibehalten und abwarten was passiert. Dummerweise wollte ich ja unbedingt meine Bestzeit angehen und habe mich daher für die zweite Variante entschieden. Tempo beibehalten und weiterlaufen. Dies war definitiv ein Fehler! Die nächsten km ging das Ganze eigentlich sehr gut. Aber ab der zweiten Runde begannen allerdings die Überrundungen, erst vereinzelt, dann aber auch schon immer mehr. Und bei der Strecke ist das teilweise sehr eng, man muss ständig die Strecke wechseln, man gibt zum Überholen etwas Gas und das kostet Kraft. Dies soll jetzt keine Kritik an den langsameren Läufer/innen sein! Vielleicht ist die Strecke nicht wirklich Bestzeiten tauglich.

Nach der zweiten Runde merkte ich aber schon, dass ich schon recht nah am Limit bin. Bis km 18 konnte ich das Tempo zwischen 4:05 und 4:15 halten, aber dann kam der Einbruch. Ab hier waren nur noch Zeiten von 4:35 und 4:40 möglich. Und als ich dann im Ziel war, war ich echt froh, dass ich heute keinen Marathon laufen muss. Alleine die Vorstellung, dass ich diese Strecke nochmal laufen soll – :no: Da werde ich die noch verbleibenden Wochen bis Frankfurt noch einiges machen müssen. Die langen Läufe kommen jetzt noch, mit einer Endbeschleunigung und längere Intervalle im HM-Renntempo. Allerdings wie ich den Puls in den Griff bekommen soll, das ist mir noch ein Rätsel :??:

Nun noch zum Ergebnis des Wettkampfes: Insgesamt bin 61. geworden mit einer Netto-Zeit von 1:29:00 und in der AK auf Platz 16. Bei den Männern sind 829 ins Ziel gekommen. So gesehen ein ganz ordentliches Ergebnis und ich kann damit auch zufrieden sein.

Meine Splitzeiten pro Runde:

1. Runde: 28:53; pro km 04:06
2. Runde: 29:26; pro km 04:11
3. Runde: 30:40; pro km 04:22

Fazit: Für den Marathon müssen noch lange Läufe her und mein Schlafproblem sollte ich auch mal wieder in Griff bekommen.

Laufmeister – immer schön schlafen (laufen) lassen 😉

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9 Kommentare

  1. Naja nur 5 Sekunden langsamer als deine diesjährige PB. Ist doch ein super Ergebnis! Und wenn du die Problemchen in den Griff bekommst, ist da sicher noch was drin.

  2. Die Leistung war wirklich mehr als ordentlich – die Renneinteilung und der -verlauf aber wirklich suboptimal. Ein langsamer Start (der zweite Kilometer unter 4 Minuten hätte ja nicht sein müssen) hätte vielleicht etwas geholfen. Oder das Training davor lief zu gut – zumindest passte ja das Anfangstempo absolut nicht zur Endzeit, obwohl die ja gut war. Das machst du beim Marathon besser =)

    1. Danke Hannes, das „muss“ ich beim Marathon besser machen, ansonsten schaffe ich den Zieleinlauf nicht! Wie immer zu schnell angegangen. Ich werde es vielleicht nie lernen.

      Gruß, Kay

  3. Hi Laufmeister,

    auch wenn sich meine PB in gänzlich anderen Universen befindet kann ich deiner Vorbereitung und deinem Wettkampf doch gewisse Parallelen zu meiner letzten Marathonvorbereitung nicht abstreiten.
    Nach Plan zu trainieren fand ich anfänglich TOLL! Vielleicht ist das jenseits der 04:15 erforderlich. Aber bei mir hat es dazu geführt das ich einen Muskelanriss verschleppt habe weil ich mich im Plan verbissen habe. Der Kopf saß zu – ich musste Trainieren! Unsinn!
    Ich denke wir alle hier verdienen unser Geld nicht mit der Teilnahme an Marathon oder HM-Veranstaltungen. Wir laufen um uns selbst zu testen und um des Spaßes willen. Und wenn die Pulsuhr dann 182 anzeigt und es dennoch geht dann geht es. Btw. die Pulsuhr habe ich in den Kanal geschmissen! Das Gepiepe ging mir auf die Nerven. Ich lauf jetzt frei von technischen Fesseln und messe dann wenn ich denke zu sehr am Limit zu sein den Puls klassisch über 15sec am Handgelenk. Ich brauch kein Dauer EKG – ich will Spass. Und den habe ich bekommen nachdem ich die Planung über den Haufen geworfen habe und primär wieder auf Distanz trainiere und nur sekundär auf Speed. Weil der Speed ist dabei ganz von alleine gekommen. Ich bin jetzt binnen 2a von 06:07 auf 05:15 runter mit anhaltender Tendenz auf die 05:00 zu. Ich nehme die mit und freue mich darüber. Und wenn ich kommendes WE beim 24h Kultur-Run von Jörg Schranz in Oberhausen volle 5h laufe dann freue ich mich unabhängig von der km-Zeit. Weil es Spass macht!

    Grüsse
    DasBiesel

  4. suboptimal = Resultate, welche die Vorgaben oder Erwartungen des Optimums nicht erreichen, jedoch durchaus noch nicht als richtige Misserfolge bewertet werden sollen. Häufig wird der Begriff jedoch mit ironischem Unterton oder als Euphemismus gebraucht, wenn ein eigentlich katastrophales Ergebnis beschrieben werden soll.

    Katastrophales Ergebnis: N E I N

    nicht ganz Dein bestmögliches, aber dennoch eine sehr gute Leistung! Glückwunsch

  5. Mensch was ein Tempo, grandios, da träume ich davon. Und dann nur ein paar Sekündchen langsamer, wenn es sindst nichts ist, darauf lässt sich doch mit Blick auf Frankfurt wirklich sehr gut aufbauen.

    LG
    Steffen

  6. Du bist wirklich ein gutes Tempo gelaufen und ich bin sicher, dass du das im Grunde auch selbst weisst. Ich kann aber verstehen, dass du mit dem Resultat und dem Verlauf des Wettkampfes nicht ganz zufrieden bist. Betrachte es als Training und bis zum Frankfurt Marathon hast du jetzt noch genügend Zeit dich in Hochform zu bringen.

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